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Leseabenteuer mit Wolfram Eicke

„Ich bin ein Grenzgänger!“ – so stellte sich Wolfram Eicke, der bekannte Lübecker Kinder- und Jugendbuchautor, am 12.2.2019 bei einem Besuch an der Alexander-von-Humboldtschule in Neumünster Einfeld vor. Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen hatten ihn gefragt, ob er sich eher als Liedermacher oder als Schriftsteller betrachtet. Herr Eicke beantwortete diese Frage in drei aufeinander folgenden Lesungen vor beinahe 160 Kindern mit vielen Gedichten, Songs und Lesebeispielen aus seinem reichen Repertoire. Wo endet das Gedicht? Wo beginnt ein Song? – Die Übergänge sind fließend und vielleicht auch nicht entscheidend. Für Wolfram Eicke zählt vor allem, dass seine Texte Spaß machen und zum Nachdenken anregen sollen.

Ursprünglich, so gestand er den wissbegierigen Kindern, wollte er sogar überhaupt kein Schriftsteller werden, sondern lieber ein Vagabund: jemand wie Huckleberry Finn, der umherstreift und Abenteuer erlebt. Zur Schriftstellerei kam er dann über Umwege: Volontariat beim Holsteiner Courier in Neumünster, sieben Jahre als Reporter in Berlin und London, und schließlich das erste eigene Buch: „Wenn das Chamäleon rot wird, wer glaubt ihm, dass es sich schämt?“ Mittlerweile sind über 30 Titel von Wolfram Eicke erschienen: Große und kleine Bilderbücher für Kinder und Erwachsene, Sachbücher und unerwartete Erfolge wie „Der kleine Tag“ - ein Musical, das er zusammen mit Rolf Zuckowski geschrieben hat und das mittlerweile über 150.000 mal verkauft und sogar in Guatemala, Kamerun und Ägypten aufgeführt wurde.

Wolfram Eicke möchte stets etwas Neues ausprobieren und sich nicht auf ein Genre festlegen lassen. Die Liebe zur Natur und zu Abenteuern liegt ihm im Blut: Auf der Suche nach neuen Einfällen streift er stundenlang am Strand von Scharbeutz umher, bis der Kopf frei wird und die Ideen sich regen. „Im Laufe meines Lebens“, so Eicke, „habe ich ein Spielzeug entdeckt, und dieses Spielzeug ist die Sprache.“ Dies hat den mittlerweile vierfachen Großvater jung gehalten: „Wenn ich morgens um drei Uhr zu einem frisch komponierten Song durch mein Arbeitszimmer tanze, dann fühle ich mich wieder wie achtzehn!“, lacht der 63jährige Autor, greift zur Gitarre und singt fröhlich über den „Schokonasenbus“. Er schlägt eines seiner Bücher auf und bringt alle Zuhörer mit Geschichten über den „Steckdosenpiraten“ zum Lachen, anschließend improvisiert er mit einer Handvoll Verben auf Zuruf ein verrücktes Westernabenteuer. Das Publikum ist begeistert!

Die 60 Minuten vergingen wie im Flug: So lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam wünschen sich die Fünftklässler jede Schulstunde. Eickes Tipp: „Einfach mal alle Bildschirme ausschalten!“ – Was dann anspringt, ist die Phantasie.

Kru.

Text und Photos von Jan Kruse, Alexander-von-Humboldt-Schule, Neumünster

Quelle: Holsteinischer Courier, Dienstag, der 13. Februar 2019

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