Projekte 2020


Der Flyer 2020, der über Autor*innen und deren Bücher informiert, erschien wie in jedem Jahr bereits zu Beginn des Schuljahres 2019/20. Entsprechend frühzeitig begann die Planung und Vergabe von Terminen für den Lesefrühling 2020. Im Februar 2020 waren bereits 200 Lesungen gebucht.

Da uns bereits im Januar eine erst Fördersumme vom Land Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt wurde, konnten wir bereits im Januar in den Lesefrühling 2020 starten.

Bis zum 15. März 2020, dem Termin des Lockdowns in Schleswig-Holstein, konnten wir von den bereits fest vereinarten 210 Autorenbegegnungen und 2 Schreibwerkstatttage immerhin 79 Autorenbegegnungen und die zwei Schreibwerkstatttage durchführen. 11 Veranstaltungstage wurden für 2020 storniert und sind auf 2021 vertagt, weitere 35 Veranstaltungstage wurden auf Wunsch der betroffenen Schulen auf das 2. Halbjahr 2020 verschoben.
Einige Autor*innen arbeiten bereits an digitalen Lösungen, um die große Pause bis zum Sommer zu überbrücken. Hier liegt es bei den Schulen, entsprechende Endgeräte auf Empfang zu schalten.

Da unsere Veranstaltungen grundsätzlich unter 50 Teilnehmer*innen bzw. 25 bei Workshops bleiben sollen, dürfte mit Beginn des 2. Halbjahres die Hoffnung bestehen, unsere Autorenbegegnungen und Schreibwerkstätten wieder analog abhalten zu können.

Folgende Autorenpatenschaften unter dem Titel „Wörterwelten – Kultur macht stark“ sind in Bad Oldesloe, Bordesholm, Geesthacht, Glückstadt und Pansdorf geplant:

Kinder in Afrika – Kinder bei uns“ – Interessantes hierüber vermittelt und erarbeitet die Autorin Wiltrud Wagner gemeinsam mit einem afrikanischen Musiker und einer Tänzerin aus Südafrika mit Dritt- und Viertklässlern der Klaus-Groth-Schule in Bad Oldesloe.

Die Schüler erfahren etwas über die Situation von Kindern in Afrika. Sie lernen die Unterschiede der Kindheit in Afrika und der in Deutschland kennen. Dabei können sie aber auch erkennen, dass Kinder in verschiedenen Ländern die gleichen Grundbedürfnisse haben, z.B. nach Freiheit und Sicherheit. Sie haben die Möglichkeit, Menschen aus einem bislang fremden Land kennenzulernen und zu schätzen.

Im Hintergrund stehen die Kinderrechte der UNO Kinderrechtskonvention. Die Themen Glück, Wohlergehen, Gesundheit, Sicherheit, Bildung, ausreichendes Essen und Trinken beziehen sich auf die Rechte der Kinder.

Die Zusammenarbeit mit einem Musiker aus Burkina Faso bietet Anregungen für Schreibimpulse und schafft den Rahmen, aus eigenen Texten Lieder zu entwickeln und als gesamte Gruppe zu musizieren. Die Zusammenarbeit mit einer Tänzerin aus Südafrika bietet die Möglichkeit, Tanz als Ausdruck von Lebensfreude, Gefühlen und Inhalten kennenzulernen und in Texte umzusetzen.

Um Comics geht es unter dem Titel „Was ich schon immer mal sagen wollte“. Comic-Zeichner Tim Eckhorst wird mit Viertklässlern der Lindenschule in Bordesholm arbeiten.

In mehreren Workshops und Lesungen erhalten die SchülerInnen eine Einführung in das Schreiben und Zeichnen von Comics und Bilderzählungen. Wie greifen Wort und Bild ineinander und wie kommt man mit ihrer Kombination zu Geschichten, die ansprechen, aufrütteln oder lustig sind?

Begonnen wird mit einer Einführung ins Zeichnen und wie man auch über einfache Darstellungen etwas erzählen kann. Ziel ist es, dass verschiedene Materialien ausprobiert werden und jeder einen Zeichenstil findet. Weiter geht es mit der Entwicklung einer Geschichte, die zunächst in Form eines Storyboards umgesetzt wird. Im Verlauf der Workshops wird die Skizze dann als Reinzeichnung umgesetzt. Die entstandenen Comics werden zu einem gedruckten Heft weiterverarbeitet. Je nach möglicher Druckauflage soll dieses Heft auch außerhalb der Schule kostenlos verteilt werden.

Für das geplante Heft wird ein übergreifendes Thema gewählt zu dem jeder seinen Comic erarbeitet. Ein Themenvorschlag ist »Was ich schon immer mal sagen wollte.«. Dieses sehr offene Thema kann unterschiedlich aufgefasst werden und soll dazu motivieren Stellung zu einer Sachen zu beziehen, die einem wichtig ist. Das kann lustig, kritisch, fragend, anprangernd oder sachlich sein.

Durch die Verteilung des Heftes soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verdeutlicht werden, dass auch ihre Meinung zählt und dass sie diese kundtun können. Die eigene künstlerische Arbeit publiziert zu sehen, gibt Selbstbewusstsein und motiviert für die weitere Arbeit.

Andreas Röckener erkundet mit Kindern der 5. und 6. Klassenstufe der Bertha-von-Suttner-Gemeinschaftsschule in Geesthacht „Wörterwelten – Literatur lesen und schreiben“ unter dem Titel „Kopfsalat“. Unterstützt wird das Projekt vom Förderzentrum Geesthacht. Unser Thema/Motto/Inhalt trägt die Überschrift KOPFSALAT.

Wir alle haben ein wunderbares Gehirn im Kopf, es sieht

fast aus wie ein Kopfsalat.

So ein Salat hat viele Blätter: glatte, krause, kräftige, schlappe,

große und kleine, einige bunte und manchmal

steckt irgendwo ein Wurm drin.

Und kann es sein, dass einige Blätter gar nicht echt sind?

Sondern digital?

Wir, die Gestalter der Autorenpatenschaft, möchten

diese Kopfsalate kennenlernen. Wir möchten sie sehen (Bilder),

sie hören (Texte), sie darstellen (Performances).

Wir möchten sie ernst nehmen und- falls gestattet- Würmer betrachten

und- falls erwünscht- sie würzen.

Und wir versprechen, sie nach der Patenschaft nicht zu verspeisen!

 

In Glücksstadt wird Thilo Reffert mit einer Gruppe der Kindertagesstätte „Nordlichter“ zu dem Thema „Radio Zukunft, von heute und morgen: Mein kunterbuntes Kindergartenleben“ arbeiten. Geplant ist ein Kurzmodul von vier Tagen im April.

Als Hörspielautor hat Thilo Reffert viel Erfahrung mit all dem, was man mit „Audio“, also Tontechnik, machen kann. Für Kinder im Kindergartenalter bietet sich die Tonaufnahme in zweifacher Hinsicht an: Zum einen weckt sie Neugier und ist damit Motivation, frei zu sprechen, zum anderen dient sie der altersangemessenen Ergebnissicherung, da (fast) keines der Kinder schreiben kann. Aber jedes Kind kann sprechen, erzählen, fabulieren....

So will Reffert die Kinder Tonaufnahmen machen lassen, die ihre Alltagswelt einfangen, den Kindergarten mit seinen Räumen und mit all den Dingen, die darin mitschwingen: Klängen, Liedern, Gedichten. Mit seiner Umgebung auch, vor allem aber mit den Menschen darin – den anderen Kindern, den Erzieher*innen, Gästen, Besuchern und natürlich auch den Eltern.

So entsteht in einer Mischung aus Reportage, Feature und Hörspiel eine ganz eigene gemeinschaftlich produzierte Radiosendung.

Und für wen? Wer sind die Hörer, für die produziert wird?

Das sind die kleinen Produzenten selbst - nur zehn Jahre später.

Durch dieses Gedankenexperiment mit der Zeit können die kleinen Radiomacher*innen aus einem anderen Blickwinkel auf ihr Heute schauen, darin schon das Gestern erahnen und so vielleicht zu (selbst-) kritischen Beobachtern werden.

Im September/ Oktober 2020 ist ein Kurzmodul mit Achim Bröger an der Ottfried-Preußler-Grundschule in Pansdorf geplant. Der Titel lautet:

Zeitreise – Was ich von hier aus sehen kann“

Die Kinder werden sich mit dem Thema Zeitreise beschäftigen. Damit ist vor allem der Blick in die Zukunft gemeint. Es wird in den Texten darum gehen, wie sie sich ihr Leben als Erwachsene wünschen und vorstellen. Leben sie für sich, mit Familie und Kindern oder in einer anderen Partnerschaft? Welche Art von Arbeit wünschen sie sich? Wie wird es mit ihren Freunden, Hobby, Feiern usw. sein. In welchem Umfeld möchten sie leben? Dabei wird zuerst zu klären sein, wann das Erwachsenensein beginnt. Die Kinder werden sich dem Thema durch das Suchen von Ideen zum Leben als Erwachsener nähern.Es wird ein Brainstorming geben und es wird geclustert werden. Das heißt, sie sammeln Stichwörter, Ideen zum Thema. Diese Stichwörter bilden dann die Grundlage für die Texte.

Mir ist das Thema eingefallen, weil ich eine Erzählung geschrieben habe, in der ein Erwachsener das Kind trifft, das er früher war. Sie unterhalten sich darüber, wie er zu dem geworden ist, der er jetzt ist. Das Kind erzählt seinem erwachsenen 'Ich', wie es sich das Erwachsensein vorstellt, und nun erlebt es sich als Erwachsener. Beide staunen darüber, wie ihr Leben war und wie es geworden ist.

Der Bücherturm Kiel konnte noch vor dem Lockdown erfolgreich beendet werden. Die für den 18. Juni 2020 in der Stadtgalerie geplante Abschlussveranstaltung wird wahrscheinlich digital (Zoom) stattfinden. Ein für den Herbst 2020 für den Kreis Steinburg geplantes Bücherturm-Projekt (siehe und „Bücherbäume im Steinburg“ wurde vorgezogen, da viele Lehrer*innen hier die Chance sahen, die im Homeschooling befindlichen Kinder zum Lesen zu animieren. Von einer "Schockstarre" können wir in unserem Bereich nicht berichten. Einige Autor*innen arbeiten bereits an digitalen Lösungen, um die große Pause bis zum Sommer zu überbrücken. Hier liegt es bei den Schulen, entsprechende Endgeräte auf Empfang zu schalten.

Neue Büchertürme wird es im Kreis Steinburg geben, die „Bücherbäume“.

Das Bundesprojekt „Dein Wort zählt“ , ein- bis zweitägige Schreibmodule, ist für Schülergruppen von 8 – 16 Jahren an vier verschiedenen Orten ( Kremperheide, Kiel, Itzehoe und Wellingdorf) geplant. Die Autor*innen Tim Penzek, Cornelia Franz und Selim Özdogan werden mit Gruppen von maximal 20 Schüler*innen zu diesem Thema arbeiten.

Wie aus den „Büchertürmen“ „Grüne Büchertürme“ werden und im Kreis Steinburg ein Lesewald heranwächst

Ideen muss man haben

Lesen zu können ist die Grundlage von – fast - allem. Aber wie begeistert man Kinder im Grundschulalter dafür? Für viele ist das Lesenlernen mit Mühe und Anstrengung verbunden, der schnelle Erfolg bleibt aus, die virtuellen Welten locken, mit Wisch und Klick ist man dabei. Da muss schon eine sehr gute, kindgerechte Idee her, um zum Bücherlesen zu überreden.

Die Hamburger Kinderbuchautorin Ursel Scheffler hatte diese Idee. Bei ihrem Projekt „Büchertürme“ geht es darum, im motivierenden Klassenverband innerhalb eines Schuljahres die Höhe eines Stadtwahrzeichen zu erlesen. Die Buchrücken der gelesenen Bücher werden gemessen. Damit die Kinder sich das besser vorstellen können, wurde die Maßeinheit 1 PISA (= 10 cm, ca. 10 Bücher) für einen Turmbaustein eingeführt. Jede Klasse, die gemeinsam so einen Turmbaustein erlesen hat, kann mitmachen. Und dann geht der Lesesport los: Welche Klasse liest die meisten PISA? Wer wird Monatssieger? Wie lange dauert es, um das Leseziel zu erreichen?

Wenn alle miteinander lesen, jeder in seinem Tempo, spornt das an. So wächst der Bücherstapel stetig, bis er eines Tages die angestrebte Gebäudehöhe erreicht hat, natürlich nur virtuell. Also eine echte Herausforderung für die Grundschüler*innen, eine Herausforderung, die aber nur gemeinsam bewältigt werden kann, denn: Jedes Buch zählt!

Die „Büchertürme“ gingen am 11.11.11 in Hamburg an den Start mit der Aufforderung „Kinder, lest euch auf den Michel!“ Inzwischen wurden dort weitere 12 „Türme“ erlesen.

Woran erkennt man, dass eine Idee gut ist? Daran, dass sie sich in Windeseile ausbreitet und immer mehr begeisterte Anhänger findet. Und wenn man auf „Willkommen bei den Büchertürmen“ klickt, kann man das nachlesen. Ursel Schefflers Idee hat in Deutschland und dem europäischen Ausland Schule gemacht.

 

Gute Ideen muss man aufgreifen,…

...vor allem, wenn man das gleiche Anliegen hat: zum Lesen motivieren. Das hat sich auch der Friedrich-Bödecker-Kreis in Schleswig-Holstein (FBK/SH) gedacht und bisher drei „Büchertürme“ mitorganisiert, in Rendsburg mit der „Eisernen Lady“(68 m), in Flensburg mit der Nikolaikirche (91 m) und aktuell in Kiel, wo drei Leuchttürme der Förde die zu erlesende Höhe vorgeben (87 m). Im Schuljahr 2020/21 werden zwei weitere „Büchertürme“ organisatorisch begleitet, eines davon in Eckernförde. Bei dem anderen Projekt wird es dieses Mal zwei Besonderheiten geben. Eine davon ist, dass keine einzelne Stadt der Austragungsort sein wird, sondern ein ganzer Kreis, der Kreis Steinburg. Die andere Besonderheit ist die Wahl der Höhenvorgabe: Denn im Kreis Steinburg sollen die Grundschüler*innen durch „Grüne Türme“ zum Lesen motiviert werden, durch ihren selbst ausgesuchten Baum.

Denn mit einem Baum in Schulnähe ist die Herausforderung tagtäglich vor Augen, man kann sie anfassen und damit die Leseleistung anschaulich erfassen. „Jetzt haben wir uns schon bis zum ersten Ast hoch gelesen!“ Buche, Birke, Ahorn, Eiche, Rosskastanie und Co zeigen auch den Wechsel der Jahreszeiten an und vielleicht lädt der Baum im Frühling und Sommer zum gemeinsamen Lesen unter seinem Blätterdach ein?

Zudem lassen sich rund um den Baum viele „grüne“ Themen anknüpfen, die im Unterricht aufgegriffen werden könnten. Mehr über das Leben und Alter des Baumes erfahren, seine Bedeutung für unser Klima kennenlernen, welche Rolle er für die Papierherstellung spielt, wie man Papier sparen kann, was Recycling ist und vieles mehr.

 

Was muss man tun, wenn man bei den „Grünen Büchertürmen“ mitmachen will?

Das Projekt richtet sich an alle Grundschulen im Kreis Steinburg. Wenn eine Schule mitmachen will, meldet sie sich und die teilnehmenden Klassen unter steinburger-gruene-buechertuerme(at)posteo(dot)de an. Es macht Sinn, dass eine Schule immer mehrere Klassen vom Mitmachen überzeugt, denn die Teilnahme an diesem Projekt fördert nicht nur das Wir-Gefühl in den einzelnen Klassen, sondern das Gemeinschaftsgefühl der ganzen Schule. „Wir als Schule schaffen das! Denn unsere Viertklässler hatten die Idee, den Erstklässlern in der Pause etwas vorzulesen und sie zum Selberlesen zu ermuntern.“ So kommen auch weitere Buchrücken zusammen (ein Buchrückenzentimeter mal zehn Zuhörer*innen aus der 1. Klasse macht immerhin schon einen PISA-Baustein aus). Auf der Leseliste, die jeder führt, werden die gelesenen Bücher und die Buchrückenzentimeter eingetragen, (www.büchertürme.de linke Spalte, Leselisten Download).

Nun kann es losgehen!

 

Egal ob Sachbuch, Witzebuch, Comic oder Geschichtenbuch! Jedes Buch zählt!

Zum „Einlesen“ wird von allen teilnehmenden Klassen zuerst die Höhe der Rosskastanie auf dem Platz der ehemaligen Steinburg in Itzehoe erlesen, bummelig 10 Meter ist sie hoch, das sind umgerechnet 100 PISA. Die Schule meldet dann monatlich die erreichten Gesamt-PISA aller teilnehmenden Klassen an steinburger-gruene-buechertuerme(at)posteo(dot)de.

Dort ist auf der Bücherturmseite im Internet gibt es eine Extra-Seite für die „Grünen Büchertürme“ aus dem Kreis Steinburg. Wenn jede Schule ihren eigenen Schulbaum hat, bekommt sie dort auch eine eigene Seite und kann ihre Lesefortschritte mitverfolgen, www.büchertürme.de/sh-steinburg/.

Wie viele Bücher müssen gelesen werden, um die 100 Pisa zu erreichen? Ein Beispiel: Die Grundschule XY hat vier Klassen angemeldet, das sind um die 100 Schüler*innen. Von denen müssen nun gemeinsam an die 1000 Bücher gelesen werden, wenn man davon ausgeht, dass der Buchrücken einen Zentimeter misst. Bei den vierten Klassen geht das flotter, da gibt es schon Vielleser*innen, die richtig dicke Bücher lesen.

Ein Tipp: Es dürfen auch Bücher mit dicken Seiten gelesen werden, man man noch nicht so lesefit ist. Und weil vor dem Lesen das Vorlesen kommt, zählt in jeder 1. Klasse auch ein von den Eltern (oder in der Gruppe) vorgelesenes Buch. Der Zaubertrick: Wenn sieben Kinder zuhören, zählt es siebenfach, wenn 20 Kinder zuhören zählt es als 20 vorgelesene Bücher, das sind 2 PISA-Bausteine!

 

Es geht weiter: Aufforsten im Steinburger Lesewald und wieder sind gute Ideen gefragt

Die Schule, deren Schüler*innen sich hoch „auf die Rosskastanie der Burg“ gelesen haben, bekommt eine „Lizenz für den eigenen Bücher-Baum“. Im Umfeld der jeweiligen Schule soll dieser Baum ausgesucht werden, dessen Höhe die nächste Leseherausforderung sein wird. Vorher muss allerdings noch ein Problem ganz anderer Art bewältigt werden! Woher weiß man, wie hoch der Baum ist? 20 Meter, 30 Meter? Wie kann man das feststellen? Vielleicht mit der Holzfällermethode oder der Ballonmethode oder….? Da ist es wieder wichtig, eine gute Idee zu haben!

Haben die Klassen einer Grundschule sich dann auf einen Baum geeinigt, wird der Name der Schule, ein Photo des Baums, seine Höhe und die teilnehmenden Klassen für die Büchertürme Steinburg-Seite an steinburger-gruene-buechertuerme(at)posteo(dot)de. weitergeleitet. Und dann wird wieder gelesen, gelesen und gelesen! Wo? In der Schule, wer mag, auch zuhause.

Am Monatsende sind „Hochstapler“ gefragt!!! Die gelesenen Bücher werden aufeinander gelegt, gemessen, in PISA umgerechnet (10 cm= 1 PISA) und dann meldet die Schule die erlesenen GesamtPISA und die der teilnehmenden Klassen weiter. Und weil manchmal im neuen Lesemonat noch verspätete Buchrückenzentimeter aus dem vergangenen Monat eintrudeln, kann man bis zur Mitte des neuen Monats für den vergangenen nachmelden.

Wenn nicht alle Grundschulen die gleiche Baumhöhe erlesen, ist das kein Problem. Denn hat eine Klasse sich bis zum Wipfel ihres kleineren Baumes hoch gelesen, beginnt sie wieder von vorne und schafft dann vielleicht die doppelte Höhe. Jeder Baum kann also auch mehrfach erlesen werden.

 

Bei guten Ideen ist auch Flexibilität gefragt:

Vorgezogener Start auf den 18. März 2020 wegen der Corona-Ereignisse

Ursprünglich sollte das Projekt am 27. August 2020 beginnen. Als vor Ostern die Nachricht kommt, dass die Grundschulen wegen des Coronavirus in Schleswig-Holstein schließen und der Unterricht zuhause stattfindet, wird das Projekt vorzeitig gestartet. Warum? Zum Lesen braucht man kein Klassenzimmer! Die „Grünen Türme“ sind gerade jetzt der richtige Ansporn für verunsicherte Schülerinnen und Schüler. Sie geben dem Alltag, der so ganz anders ist, Struktur durch eingeplante Lesezeiten. Und Ursel Scheffler spricht ihnen per Mail Mut zu:

 

Wie gesagt: Coronazeit ist Lesezeit!

Auf die Bäume! Fertig! Los!

Ich bin gespannt, wie groß euer Bücherwald wird, liebe Steinburger.

Ich werde meinen Baum gerne dazustellen.

Auf ein gesundes Wiedersehen!

 

Und es hat funktioniert. Ein Beispiel: Schon Ende März haben die Schüler*innen einer teilnehmenden Grundschule gemeinsam bereits an die 200 Bücher gelesen und Ende April haben vier Grundschulen bereits an die 1023 Buchrücken gestapelt! Und im Mai werden sie von einer fünften Schule dabei unterstützt!

 

Warum ist es eine gute Idee mitzumachen?

Bei einem gemeinsamen Ziel vor Augen macht das Lesen mit der Klasse Spaß. Auch Ursel Scheffler wird beim offiziellen Start der Kreis Steinburger „Grünen Büchertürme“ an der Rosskastanie mit dabei sein, am 27. August 2020. Für alle teilnehmenden Schulen und ihre Klassen gibt es aber auch noch weitere Überraschungen. Zum Beispiel kann eines Tages eine Kinderbuchautorin oder ein Kinderbuchautor in die Schule zu einer Lesung oder Schreibwerkstatt vorbeikommen. Vielleicht werden die Schüler*innen dann selbst zu Autoren und schreiben Baum-Geschichten? Die könnten dann auch auf der Steinburger „Grüne Bücherturmseite“ im Internet veröffentlicht werden. Und es gibt auch ein reichhaltiges Angebot zu „grünen“ Themen.

Und monatlich wird anhand der gemeldeten Pisa eine Monatssiegerklasse ermittelt. Die Klasse, die in dem jeweiligen Monat am eifrigsten gelesen hat, bekommt eine Überraschung. Was denn genau? Dann wäre es ja keine Überraschung mehr! Und natürlich wartet auf die Klasse, die am Ende des Projekts die höchste Baumhöhe im Steinburger Lesewald erlesen hat, eine ganz besondere Überraschung! Und für alle, die mitgelesen haben, gibt es ein Fest! Also?

 

An die Bücher! Fertig! Los!

 

Eine gute Idee braucht Unterstützung! Da sind alle Steinburger*innen gefragt!

Sie finden die Idee mit den „Grünen Büchertürmen“ zu Lesemotivation und Natursensibilisierung der Steinburger Grundschüler*innen gut? Dann unterstützen Sie das Projekt: mit Lesefutter, der Mitfinanzierung einer Autorenbegegnung,…! Oder haben Sie vielleicht eine ganz andere gute Idee?

 

Bäume wachsen in den Himmel – die Büchertürme im Steinburger Lesewald auch!

 

Ulrike Diek-Rösch stellvertretende Vorsitzende des FBK/SH Mai 2020